Achtsamkeit und Entschleunigung
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Potential Entschleunigung

Potential Entschleunigung

Potential durch Achtsamkeit und Entschleunigung

Entschleunigung hat verschiedenen Ausdrucksformen, ob in der Bewegung, Sport, in der Kunst, der Musik, im Kontakt, in der Kommunikation oder im alltäglichen Leben. ( z. B. Bewusste Ernährung )

Sich der sozialen Beschleunigung zu entziehen heißt nicht, dem Leben zu entsagen.
Im Gegenteil ! Wenn wir Stress minimieren erleben wir mehr Realität und Wirklichkeit. Das Hier und Jetzt, der gegenwärtige Moment ist das, was gelebt werden will. Dadurch verbinden wir uns mit uns selbst und leben wieder wahren Kontakt zu unseren Mitmenschen, der Natur und anderen Lebewesen. In der Entschleunigung können wir heilen, achten wieder auf unsere Ernährung, auf kindliche Anteile, die bedingungslos angenommen werden wollen und spüren unser wahres Selbst.


Warum Entschleunigung gerade im Kontakt, in unseren Beziehungen ?

Wir leben in einer traumatisierten Gesellschaft. Die Aufmerksamkeit und die bedingungslose Liebe der Bezugspersonen fehlte für viele Menschen in der Kindheit. Sicherheit und Vertrauen als Entwicklungserfahrungen zu erleben und zu integrieren kamen zu kurz.
Demütigende Momente, Grenzerfahrungen, Ausgrenzung, auch generationsübergreifendes Trauma, über Generationen hinweg weitergereichte Glaubenssätze haben oft sehr prägende Auswirkungen auf uns und unsere Entwicklung gehabt.

Der Mensch hat sich nicht nur von sich selbst entfernt, sondern auch in der Verbindung zu anderen Menschen. Getrennt hat er sich von sich selbst, seinen Bedürfnissen und Sehnsüchten. Er lebt täglich seine Selbstlüge, lebt in angepassten Rollenmustern. Krankheiten, Symptome, Süchte, Konsum, Maßlosigkeit, Macht und Gier sind das Übel und die Entfremdung unserer Zivilisation geworden. Wir leben Ego infiziert, Mitgefühl und Gemeinschaft gehen verloren.

Lernen durch Selbstreflexion und Bewusstseinswachstum sind Voraussetzungen, damit das Leiden aufhört. Liebevolle Achtsamkeit im Alltag, um sein schwächendes Verhalten zu erkennen und zu verändern bedeutet, sich mit sich selbst zu verbinden, dem Ungesagten Raum geben.
Es bedeutet oft auch Verzicht, aber dies ist keine Entsagung aller Dinge und Möglichkeiten.

Erfüllung und Liebe kann nur durch Transformation der eigenen Lebensthemen geschehen, um neue Erfahrungen zu machen, diese zu integrieren, damit das eigene Potential sichtbar wird.

Den Körper zu spüren ist ein wichtiger Teil dessen, seine Gefühle besser zu orten, zu benennen und in die Selbstregulation zu gehen.

Menschen haben vielfältige Strategien, um sich selbst zu schützen, andere nicht zu verletzen ( aus Angst ), um in der Welt zu funktionieren. Sie sagen "ja" obwohl sie "nein" meinen. Sie lächeln, obwohl sie frustriert oder traurig sind. Sie weichen einem Konflikt aus und tun so, als sei alles in Ordnung.
Die eigene antrainierte Angst hat das System fest im Griff. Doch dadurch entfernen wir uns von unserer Wahrnehmung und Wahrheit. Es entstehen Verzerrungen in der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Der Körper wird abgeschaltet und Energieblockaden machen uns das Leben schwer.
Das hat eine positive Seite und gleichzeitig eine Negative. Wir können verdrängen, vermeiden und unsere Impulse, Bedürfnisse, Sehnsüchte, Potentiale, also das wahre Leben vermeiden und ein ganz „anderes“ Leben leben, ohne täglich massiv darunter zu leiden.

Eine große Unsicherheit, Rückzug, Unehrlichkeit, Ohnmacht, Lieblosigkeit, sogar Aggressivität herrscht dadurch in Beziehungen. All unsere Lebensbereiche leiden darunter. Wir arbeiten, lieben, kontakten, leben mit dem Ego-infiziert.
Sich selbst und andere anlügen ist weitverbreitet, fast gesellschaftsfähig. Doch das bedeutet, ich erschaffe mir eine unechte Erlebniswelt. Ich erschaffe unehrliche Beziehungen und unechte Kontakte. Meine Lüge - mein Leid.

Vermeide ich mich, erzeuge ich Stillstand. Gehe ich in den Rückzug, klärt sich nichts. Werde ich wütend, und schiebe das Problem nach außen, bedeutet das, wir bekämpfen unsere eigenen Themen im Gegenüber. Ebenfalls heißt es, wir führen Energiekrieg mit unseren Mitmenschen.

Durch diese destruktiven Strategien verursache ich Energieblockaden, oft jahrelang. Der Körper erstarrt und wird uns fremd. Es fühlt sich so an, als lebe man ein falsches Leben, einen fremden Körper. Verschwiegene Konflikte, unterdrückte Gedanken und verleugnete Probleme können auf längere Sicht seelisch und körperlich krank machen. Unsere frühen Verletzungen, Traumata, Demütigungen, übertragene Glaubenssätze versuchen wir mit Symptomen, Krankheiten und dem Wegrennen vor uns selbst zu kompensieren .

Unser Problem nach Außen schieben und andere Menschen dafür verantwortlich machen bedeutet, wir machen uns zu Opfern unserer eigenen Geschichte und unserem Leben. Dies erzeugt Stress, der in die Welt, in Beziehungen abgesendet und oft unbewusst gelebt wird. Es bedeutet, sich nicht in Gefühlszustände zu verlieren, sondern sich am Rand ihrer aufzuhalten. Regulation und Realitätsüberprüfung ist die Lösung!
Die verzerrten Kognitionen an der Realität zu testen, das heißt zu überprüfen, inwiefern die formulierten Wahrnehmungen und Interpretationen der Wirklichkeit entsprechen.
Dabei hilft Circeling, ein Entschleunigungsmodell in der Kommunikation zur Realitätsüberprüfung ( Authentic Relating ) im Hier und Jetzt. Voraussetzung dies zu üben ist die Bereitschaft dem Leid, der gelebten Lüge ein Ende zu setzen.

Der einzige Weg zu sich selbst, zu mehr Zufriedenheit und Gesundheit ist der achtsame Weg nach Innen.
Das Egoverhalten, den Schmerzkörper identifizieren, alte Wunden anschauen, integrieren. Ungesunde oder zerstörerische Muster zu erkennen, um sie in gesunde Verhaltensweisen umzuwandeln.

Entschleunigung und achtsamer freundlicher Umgang mit sich und seinem Gegenüber bedeutet, nicht in alte Zustände abzudriften, Trigger zu regulieren, keine alten Geschichten zu inszenieren und auch die Bedenken in die Zukunft zu stoppen.

Wertschätzung sich selbst und jedem Lebewesen gegenüber. Das bedeutet Mut und manchmal auch Verlassen der alten Wege. Dadurch ordnet sich alles neu, das wahre Potential wird sichtbar. Das Herz öffnen und die Liebe fließen lassen, das ist Heilung.

Es gibt nicht die eine Wahrheit, keinen Fixpunkt, nicht die ultimative Therapieform. Jeder theoretische Standpunkt muss selbstkritisch in Frage gestellt werden. Welchen bewussten und unbewusstem Interesse dient es ?